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So könnte die GAP Artenvielfalt & Ökolandbau besser fördern

In den aktuellen Verhandlungen kann noch einiges für Artenvielfalt und mehr Ökolandbau getan werden. Welche Vorschläge von EU-Kommission, -Rat und -Parlament dafür geeignet sind und unbedingt in die neue GAP müssen, liest du in diesem Beitrag.

Grundsätzlich gut am Vorschlag der EU-Kommission zur neuen GAP ab 2021 ist, dass bereits in der 1. Säule mit den Öko-Regelungen umwelt- und klimaschonende Maßnahmen verankert sind. 

Unbedingt sollten aber mindestens 30% (am besten natürlich mehr) der 1. Säule für freiwillige Umweltleistungen im Rahmen der Öko-Regelungen (eco-schemes) reserviert werden. Das entspricht der Position des EU-Parlaments.

Gut am Vorschlag der EU-Agrarminister:innen, an dem festgehalten werden sollte, ist das nicht von vorneherein 60% der Gelder der 1. Säule für die Direktzahlung reserviert werden. Stattdessen soll das Budget für Öko-Regelungen jährlich schrittweise angehoben werden.

Bei den Vorschlägen zum Thema Umschichtung zwischen den Säulen ist es wichtig, dass diese immer zu einer Erhöhung der Umweltleistung führen sollte. Damit Mitgliedstaaten, die mehr für die Umwelt tun wollen, dies auch tun können und mehr Geld von der 1. Säule in die 2.Säule umschichten können. 

Diese Maßnahmen sind noch lange nicht genug für Ökolandbau & Artenviefalt, würden aber zu mindestens einige Verbesserungen bringen und mehr Flexibilität für Mitgliedstaaten, die mehr für die Umwelt tun möchten.

Erschreckend ist weiterhin, dass die EU-Kommission ihren Vorschlag nach der Veröffentlichung des Green Deals nicht angepasst hat, um die dort gesteckten Ziele wirklich erreichen zu können.

Welche effektiven Maßnahmen für die Natur müssen mit der neuen GAP umgesetzt werden?

Die GAP muss dazu genutzt werden, die Artenvielfalt zu schützen UND zu fördern. Neben Systemansätzen, wie dem Ökolandbau, müssen bereits erprobte und etablierte Einzelmaßnahmen in die Breite gebracht werden. Die Grüne Architektur bietet dazu die Möglichkeiten.

In den folgenden Maßnahmen sehen wir großes Potential:

Ökologische Vorrangflächen

Alle landwirtschaftlichen Betriebe sollten die Bewirtschaftung mindestens eines Teils ihrer Flächen auf die Stärkung der Artenvielfalt ausrichten. Das kann sowohl durch speziell für den Artenschutz bereitgestellte Flächen, wie Blühflächen, Hecken oder Brachen, als auch durch die Umsetzung besonders extensiver Maßnahmen in der Bewirtschaftung, wie Felder mit geringer Saatdichte, Pestizidverzicht, extensiv genutzte Wiesen (ein- bis dreischnittig) und artenreiche Weiden erreicht werden. Wir sehen all diese Flächen als Teil der Produktion, denn sie liefern Bestäuber, Nützlinge, erhalten den Boden, regenerieren seine Fruchtbarkeit und bilden die „grüne Infrastruktur“ für die Erholung der Artenvielfalt. Ökobetriebe beweisen seit Jahrzehnten, wie Artenvielfalt, durch eine extensive Bewirtschaftung, geschützt und gestärkt werden kann. Viele Maßnahmen des Ökolandbaus geben der Natur Erholungsphasen, um Artenvielfalt zu erhalten und fördern. Daher sollen Ökobetriebe hinsichtlich der ökologischen Vorrangflächen einen besonderen Status genießen.

Mehr und bessere Fruchtfolgeprogramme

Für eine positive Umwelt- und Klimawirkung, muss diese Maßnahme über die übliche Bewirtschaftungsform hinausgehen und so ausgestattet sein, dass sie für die Breite der landwirtschaftlichen Betriebe attraktiv ist. Eine mehrgliedrige Fruchtfolge besteht aus unterschiedlichen Kulturarten, die nacheinander auf dem gleichen Acker angebaut werden. Der Anbau verschiedener Kulturarten sorgt für Widerstandsfähigkeit. So entstehen unterschiedliche Habitate, die vielen Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum bieten.

Tierhaltung an die Fläche binden

Programme zur extensiven Weidehaltung reduzieren die gehaltenen Tiere. Durch die Bindung der Anzahl der Tiere an die bewirtschaftete Fläche wird Überdüngung vermieden, unser Grundwasser besser geschützt und unser Boden geschont. Und, eine extensive Weidehaltung ist besonders förderlich für die Artenvielfalt!

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